ASEAN und UN für stärkere Rolle bei Grenzkonflikt Thailand-Kambodscha gefordert

ASEAN und UN für stärkere Rolle bei Grenzkonflikt Thailand-Kambodscha gefordert

Der vorliegende Artikel beleuchtet den andauernden Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand und betont die Forderung nach einer stärkeren Intervention seitens der ASEAN und der Vereinten Nationen. Pou Sothirak, ein pensionierter Diplomat und Akademiker, warnt, dass das Friedensabkommen, das am 26. Oktober von Kambodschas Premierminister Hun Manet und Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul am Rande des 47. ASEAN-Gipfels unterzeichnet wurde, weiterhin fragil sei.

Das als „Kuala Lumpur Peace Accord“ bekannte Abkommen sollte nach tödlichen Zusammenstößen im Juli die Feindseligkeiten beenden und wurde von US-Präsident Donald Trump und dem malaysischen Premierminister Anwar Ibrahim bezeugt. Allerdings setzte Anutin das Abkommen am 10. November aus, nachdem eine Landminenexplosion thailändische Soldaten in Grenznähe verletzt hatte. Anutin beschuldigte Kambodscha, neue Minen gelegt zu haben – eine Anschuldigung, die Phnom Penh vehement zurückwies und die Explosion auf Überreste jahrzehntelanger Bürgerkriege zurückführte.

Sothirak betont, dass es nicht ausreicht, sich ausschließlich auf bilateralen Goodwill zu verlassen, da beide Nationen in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, ihre Differenzen friedlich zu lösen, und dazu neigen, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Er fordert die internationale Gemeinschaft auf, als Richter zu fungieren, um festzustellen, wer tatsächlich Frieden oder Konflikt anstrebt. Für Kambodscha empfiehlt Sothirak, weiterhin die diplomatischen Mechanismen der ASEAN zu nutzen und lobt die Bemühungen von Premierminister Hun Manet und Vizepremierminister Prak Sokhonn.

Dennoch unterstreicht er die dringende Notwendigkeit eines verstärkten Engagements der Vereinten Nationen. Er schlägt vor, die UN darüber zu informieren, dass regionale Instabilität den Weltfrieden beeinträchtigen könnte, um den UN-Sicherheitsrat zu einer Resolution zu bewegen, die einen bedingungslosen Waffenstillstand fordert. Eine solche Resolution würde eine starke Botschaft senden, insbesondere an Thailand. Des Weiteren fordert Sothirak die ASEAN auf, ihre traditionelle Nichteinmischungspolitik aufzugeben, da der Konflikt über interne Angelegenheiten hinausgeht und die regionale Stabilität, die Relevanz, Glaubwürdigkeit und das Image der ASEAN bedroht.

Er erinnert an die erfolgreiche Vermittlung eines Waffenstillstands durch den malaysischen Premierminister Anwar Ibrahim im Juli und schlägt vor, dass die ASEAN selten genutzte Mechanismen wie den Hohen Rat oder eine ASEAN-Troika einsetzt, unter Verweis auf deren Wirksamkeit während der politischen Krise in Kambodscha im Jahr 1997. Letztendlich besteht Sothirak darauf, dass sowohl Kambodscha als auch Thailand militärische Konfrontationen entschieden ablehnen müssen, und unterstreicht die dringende Notwendigkeit eines anhaltenden internationalen Engagements, um eine weitere Eskalation der volatilen Grenzsituation zu verhindern.

Quelle: Ben Sokhean, ASEAN and UN urged to play stronger role to prevent border conflict escalation, Khmer Times, November 20, 2025.
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