20 Jahre kambodschanisches Schattentheater auf UNESCO-Welterbeliste

20 Jahre kambodschanisches Schattentheater auf UNESCO-Welterbeliste

Kambodscha begeht das 20-jährige Jubiläum der Aufnahme seines traditionellen Schattentheaters Sbek Thom in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Dieser bedeutende Meilenstein wurde am 25. November 2005 erreicht und markiert zwei Jahrzehnte internationaler Anerkennung für diese alte Kunstform. Die UNESCO-Eintragung hat Sbek Thom auf die Weltbühne gehoben, es als eine bemerkenswerte kulturelle Errungenschaft und eine tiefe Quelle des Nationalstolzes für Kambodscha etabliert.

Sbek Thom zeichnet sich durch große, aufwendig geschnittene und bemalte Lederplatten aus, die Gottheiten und mythologische Geschichten darstellen. Traditionell fanden Aufführungen nachts an offenen, heiligen Orten wie Tempelanlagen oder Reisfeldern statt. Das Wesen der Kunst liegt in der meisterhaften Manipulation dieser Platten, um suggestive Schatten auf weiße Stoffleinwände zu werfen. Früher durch Öllampen oder Fackeln beleuchtet, nutzen moderne Darbietungen elektrische Glühbirnen oder LCD-Projektoren, um detailliertere Schatten zu erzeugen. Diese visuellen Spektakel werden stets von kambodschanischen Orchestern und fesselnder Erzählkunst begleitet, die den Puppen Leben einhauchen.

Die Wurzeln von Sbek Thom sind tief in der historischen Einführung des Hinduismus in die Khmer-Lande verankert. Sein kleineres Gegenstück, Sbek Toch, soll sich von der javanischen Wayang Kulit inspiriert haben, was regionalen kulturellen Austausch verdeutlicht. Historisch waren Sbek Thom-Aufführungen nicht alltäglich, sondern großen jährlichen Zeremonien wie dem Khmer-Neujahr, königlichen Geburtstagsfeiern, Krönungen und Weihungszeremonien für hochrangige Mönche vorbehalten, was seine sakrale und zeremonielle Bedeutung unterstreicht.

Die Bewahrung von Sbek Thom erfordert anhaltendes Engagement. Pokdy Rama, ein angesehener Puppenspielmeister und Beamter im Kulturministerium, widmet fast seine gesamte Freizeit der Erstellung von Puppen und Skripten für seinen Verein, ohne finanzielle Vergütung. Er erklärt leidenschaftlich: „Ich möchte nicht, dass das Schattentheater verschwindet. Ich tue mein Bestes, damit die junge Generation es sieht und liebt, so wie ich es in ihrem Alter getan habe.“ Seine Bemühungen unterstreichen die entscheidende Rolle individueller Leidenschaft und staatlicher Unterstützung bei der Bewahrung dieses wertvollen Kulturerbes, um sicherzustellen, dass Sbek Thom als lebendige Tradition weiterlebt. Die fortgesetzte Anerkennung durch die UNESCO und die unermüdliche Arbeit von Einzelpersonen wie Pokdy Rama sind entscheidend für das dauerhafte Erbe des kambodschanischen Schattentheaters.

Quelle: Khmer Times, 20 years of shadow theatre on UNESCO World Heritage List.
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